Frank O. Gehry: The Formative Years, a film by Michael Blackwood, 1988 58 min.
Frank Gehry as featured in The Simpsons, Season16, Episode 14, "The Seven Beer Snitch", 2005 8 min.
Gehry's Vertigo, film excerpt by Bêka & Lemoine, 20 min.
... and some recent clips.
Frank Gehry hat Hunderte von Bauten realisiert, darunter viele weltweit bekannte Wahrzeichen wie das Guggenheim-Museum in Bilbao oder die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles, wobei die genaue Zahl schwer zu bestimmen ist, da sie von kleinen Projekten bis zu Großbauten reicht Seine beeindruckende Karriere von über 70 Jahren prägte ihn als einen der einflussreichsten Architekten, der mit seinen skulpturalen Werken die moderne Architektur revolutionierte.
Frank Gehry ist am 5. Dezember im Alter von 96 Jahren gestorben.Aus diesem Anlass zeigen wir eine Portrait von seinem Freund Michael Blackwood aus dem Jahr 1988 über die Anfänge seiner Karriere, gefolgt von einem Ausschnitt einer Folge der Simpsons, in der behauptet wird, dass Gehry seine Formensprache per Zufall entdeckte und die Stadt Springfield ihn beauftragt, ihr Image durch den Bau eines Konzerthauses aufzuwerten.Gefolgt von einem Clip mit verschiedenen Statements über sein Werk anlässlich der Verleihung der Getty Medaille in der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles. Danach zeigen wir einen Ausschnitt aus der Reihe „Living Architectures“ des Duos Beka und Lemoine: Gehrys „Vertigo“ bietet dem Zuschauer eine seltene und schwindelerregende Reise auf die Dächer des Guggenheim-Museums in Bilbao. Anhand der Porträts des Kletterteams, das für die Glasreinigung zuständig ist, beleuchtet dieser Film die Komplexität und Virtuosität der Architektur von Frank Gehry. Zum Schluss spricht Gehry über seine Karriere und seine Inspirationen anlässlich einer Ausstellung im Los Angeles County Museum und über die Formfindung des Pierre Boulez Saals in Berlin.
Gehry war ein rastloser Zeichner. Er war Bildhauer und Designer.Er schuf Gebäude nicht von der Konstruktion, vielmehr vom Bild her, oft von Malerei inspiriert, dann räumlich übersetzt in komplexe, der Statik scheinbar trotzende Skulpturen. Nur Dank hochspezialisierter digitaler CAD-Software, die in seiner Firma Gehry Technologies weiterentwickelt wurde, konnten diese komplizierten Freiformflächen überhaupt präzise modelliert, analysiert und für die Fertigung in Einzelteile zerlegt werden. Bei all dem war Gehry nie Theoretiker. Ein Denker mit dem Stift schon eher. Die Schublade des Miterfinders der Postmoderne und des Dekonstruktivismus, befremdete ihn bis zuletzt. Er blieb ein Freigeist und sprach mit seinen einzigartigen Gebäuden weltweit die Menschen an, erschaffte touristische Attraktionen und vermochte sogar, manchmal ganze Städte in Kultur-Hotspots zu verwandeln.
Horst Bredekamp würdigt den langjährigen Freund und dessen Verhältnis zu Deutschland in seinem Nachruf in der Zeit: „ Auch In Deutschland konnte Gehry zahlreiche Bauten verwirklichen, das Vitra Design Museum in Weil am Rhein, das Energie-Forum in Bad Oeynhausen, den sogenannten Gehry Tower in Hannover, den Neuen Zollhof in Düsseldorf, das Museum Marta in Herford. In Berlin kamen die DZ Bank am Pariser Platz sowie der Pierre-Boulez-Saal hinzu.“ Ich füge ein: Gehry s goldenes Hochhaus am Alexanderplatz wurde durch politische Diskussionen (z.B. über Höhe, Nutzung, Gentrifizierung) und veränderte Investorenpläne blockiert und wird wohl nicht mehr realisiert.
Bredekamp bemerkt: „Sein in den Jahren 1994 bis 1997 entstandener Wettbewerbsentwurf für die Berliner Museumsinsel hätte durch schwingende Baukörper die Mächtigkeit der dort stehenden Trakte gemindert. Doch aus dem Staatsministerium für Kultur kam die Absage: Eine demokratische Bauform habe sich auf das Neue Bauen der Weimarer Republik zu beziehen.“ (Stimmann lässt grüßen..) „Als hätte er dem gängigen Vorwurf begegnen wollen, sein spektakulärer Stil übertrumpfe (Funktion und ignoriere die städtebauliche Umgebung) des Bauvorhabens, hat Gehry dann 2017 in Berlin mit dem Pierre-Boulez-Saal den Gegenbeweis erbracht.“
Bredekamp weiter: „Gehry hatte 33 Familienangehörige im Holocaust verloren, aus all seinen Erfahrungen habe er die Konsequenz einer gelebten Toleranz gezogen. Sein Großmut bewirkte, dass er sich mit Deutschland verbunden fühlte, nicht nur als Folge der Wertschätzung, die er hier erlebte. Seinen 90. Geburtstag feierte Gehry nicht in Los Angeles, sondern in Berlin. Es war ein Seelenerlebnis, ihm in seinem Boulez-Saal zu begegnen, der jener Barenboim-Said-Akademie angeschlossen ist, die sich der Versöhnung von Juden und Palästinensern widmet. Ellipsen und Ovale sind Formen der Versöhnung von eigenen, einander auch gegenüberstehenden Epizentren. Der Linienraum dieser Akademie gehört zu Gehrys unsterblichem Vermächtnis.“